»Vom Büro zur Arztpraxis« - Die Herausforderung dieses Projektes war, drei voneinander unabhängige Bauteile eines sanierungsbedürftigen Bürogebäudes aus den 80-er Jahren zu einem Kompetenzzentrum für HNO- Medizin mit Strahlkraft zu verwandeln.
Dafür wurden zunächst das verwaiste, zugige Bürofoyer und die zwei hintereinander versetzt angeordneten Bauteile entkernt und Brandabschnitte verschoben.
Zudem entwickelten wir eine übergeordnete Gestaltungssprache, die mit den räumlichen Geometrien spielt, das Corporate Design widerspiegelt und die ungewöhnliche Zusammensetzung der Patientengruppen darstellt.

»Vom Büro zur Arztpraxis« - Die Herausforderung dieses Projektes war, drei voneinander unabhängige Bauteile eines sanierungsbedürftigen Bürogebäudes aus den 80-er Jahren zu einem Kompetenzzentrum für HNO- Medizin mit Strahlkraft zu verwandeln.
Dafür wurden zunächst das verwaiste, zugige Bürofoyer und die zwei hintereinander versetzt angeordneten Bauteile entkernt und Brandabschnitte verschoben.
Zudem entwickelten wir eine übergeordnete Gestaltungssprache, die mit den räumlichen Geometrien spielt, das Corporate Design widerspiegelt und die ungewöhnliche Zusammensetzung der Patientengruppen darstellt.

Als Kompetenzzentrum für HNO- Medizin wird die Praxis nicht nur von Menschen aus der Umgebung, sondern besonders von Hörgeschädigten, vornehmlich Kindern und Jugendlichen und Bundeswehrsoldaten aus der nahen Kaserne in Koblenz, aufgesucht. Überdies bietet das Zentrum auch ästhetische Behandlungen an. Dies führte, gestützt durch unsere Analysen und Interviews, zu einem eigenwilligen Markenraum-Farbkonzept in einer subtilen Grün-Blaufarbreihe, vor dem Hintergrund von neutralem Grau und frischem Weiß, was für Reinheit und Ordnung steht.
 
Weitergehend entwickelten wir die Idee der „Tarnung“ als Assoziation zu den Bundeswehrsoldaten. Dafür erhielten Bauteile und Möbel die exakt gleiche Farbe wie die jeweiligen Wände, was interessant und zugleich beruhigend wirkt. So wurden alle Außenwände nebst Heizkörpern hellgrau angelegt, sodass diese und die Bestandsfenster optisch zurücktreten. Die Raumtrennwände in den Behandlungsräumen und die davor befindlichen Ausbauten strahlen in hygienischem Weiß.
 
Durch eine versetzte Anordnung der Flurwände als Resultat der geometrischen Verbindung der
zwei Bauteile, entstehen großzügige Plätze vor den jeweiligen Behandlungsräumen, die als Zwischenwartezonen dienen. Diese dynamische Anordnung wird verstärkt durch die Wandfarben, die pro Platz eine prozentual gestaffelte Farbe von Grün nach Blau in Trakt 1 und von Blau nach Grün in Trakt 2 erhalten. Wartestühle, ungewöhnlich große Raumkennzeichnungen und Garderoben wurden entsprechend dem jeweiligen Farbwert der Wände exakt angepasst. Der Bestandsboden im Foyer, ein grau- weißer Granit geht in den Fluren in einen grauen Kautschuk über, um diesen Bereich optisch zu verbinden. Die Behandlungsräume setzen sich mit einem Kautschukboden in einem sanften, beruhigenden Grün optisch und thematisch ab.
 
Kräftiges Gelb als Akzentfarbe betont das „Besondere“: Überhohe Türen der Behandlungsräume leuchten und rhythmisieren so die Flurflächen. Dies wird zudem noch durch die linearen Deckenleuchten spannungsvoll verstärkt.
Außergewöhnlich ist auch das Gelb in Form der schallgrafischen Darstellung des Wortes „Herzlich willkommen“ am konkaven, dem Patienten zugewandten Empfangstresen.
Die Schallgrafik bildet sich hier an seinen vertikalen Lamellen seitlich ab, sodass sie sich mit der Bewegung des Betrachters mit zu bewegen scheint.
Gelbe Schallgrafiken bestimmen auch die Fenster- und Fassadenelemente, die aus Diskretionsgründen transluzent teil foliert wurden, wodurch ein „Horizont“ in den Räumen entsteht. Jedem dieser Räume wurde seitens der Ärzteschaft ein Begriff ihrer Markenwerte zugeordnet, der dann in eine Schallgrafik umgewandelt und mit der s.g. „Nulllinie“ auf dem Horizont positioniert wurde.
So erfährt jeder Raum sein eigenes Thema und schafft eine subtile emotionale Verbindung zum Patienten.
Auch betont das Gelb als Pluszeichen im Logo der Praxis das Mehrangebot als Kompetenzzentrum.
 
Das ehemalige kreisförmige Bürofoyer wird durch zwei halbhohe Trennelemente zum einen in eine eingangsnahe Kinderspielecke und einen offenen Wartebereich, zum anderen in die Empfangszone und ein Backoffice - diese wenige Stufen erhöht - geteilt. Die Elemente wurden gemäß dem jeweiligen Bedarf als Bücherregal, Getränketheke mit Zeitschriftenauslage oder empfangsnah als Informationsboard gestaltet. Leichte Sitzbänke folgen der Fassade und integrieren zudem Heizkörper.
Alle Innenausbauelemente fügen sich durch ihren blaugrünen Farbton und ihre leicht spiegelnden, grauen Rückwände harmonisch in ihre Umgebung ein.
Nur die große Hauptwand aus grau gebeiztem Eschenholz setzt sich hier bewusst optisch ab, da sie den Hintergrund für den Empfangs- und Warteberich bildet und zudem den Beginn (- am Ende des zweiten Traktes das Ende der Praxis), der Behandlungstrakte betont. Die elegante Fräsung eines stilisierten Gesichtes als „One line“ in einem natürlichen Material wie Holz, schafft einen feinfühligen/künstlerischen Bezug zu den HNO- Kompetenzbereichen und der ästhetischen Medizin und schafft Erinnerungswert.



Projektfotos:
Nicole Zimmermann
www.nicolezimmermann.de

Projektbeteiligte:
www.muuto.com
www.forbo.com
www.citizenoffice.de
www.object-carpet.com
www.xal.com
www.seibelundweyer.de
www.otopront.de


www.hnoplus.eu